23.02.2015  Live Entertainment  Wirtschaft

Bundeskartellamt prüft Marktmacht von CTS Eventim

 

Bonn - Das Bundeskartellamt hat bereits im November 2014 Ermittlungen eingeleitet, um zu untersuchen, ob CTS Eventim seine Marktmacht missbrache, berichtete die "Welt Am Sonntag" am 22. Februar. Demnach prüft die Behörde die "verschiedene Geschäftspraktiken auf ihre kartellrechtliche Zulässigkeit".

Aufgrund der Größe des Unternehmens hat CTS Eventim immer wieder mal mit dem Bundeskartellamt zu tun, ein Aspekt, der nun auch offenbar zum Anlass für die aktuellen Ermittlungen geworden ist. "Auslöser für das Verfahren waren Informationen aus Fusionsfällen der jüngeren Vergangenheit unter Beteiligung von CTS. Im Rahmen des Verfahrens wird die kartellrechtliche Zulässigkeit verschiedener Geschäftspraktiken der CTS geprüft," räumte ein Sprecher des Amts auf Nachfrage von Musikmarkt ein.

"Ein Verstoß gegen Kartellrecht könnte hier auch in der missbräuchlichen Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung nach § 19 GWB liegen," heißt es dazu in einer schriftlichen Stellungnahme der Behörde, da dem Bundeskartellamt in Deutschland neben der Fusionskontrolle auch die Missbrauchsaufsicht obliegt.

"Im Rahmen der Ermittlungen hat das Bundeskartellamt bereits umfangreiche interne Unterlagen von CTS angefordert, die derzeit geprüft werden," äußert das Amt hinsichtlich der Ermittlungen. Als Kontrollbehörde verfügt das Bundeskartellamt zudem über das Instrument der "Auskunftspflicht" und kündigte an, im weiteren Verlauf des Verfahrens zahlreiche Marktteilnehmer wie Ticketdienstleister, Veranstalter und Veranstaltungsstätten zu befragen.

Im Kontext der unlängst von der Verbraucherzentrale NRW erfolgten Abmahnungen anlässlich der Verkaufspraktiken im Zusammenhang des Kartenverkaufs für die ACDC Konzerte heißt es weiter: "Ein direkter Zusammenhang mit der Abmahnung der Verbraucherzentrale NRW besteht nicht, der Vorwurf überhöhter Gebühren ist hier jedoch bekannt."

Im Hinblick auf mögliche Sanktionen könnte das Bundeskartellamt entweder Anordnungen erlassen, etwaiges Fehlverhalten kraft "Verpflichtungszusagen der Unternehmen" künftig zu unterlassen oder im Rahmen eines Ordnungswidrigkeitenverfahrens ein Bußgelderlass anordnen.

Etwaige Entflechtungsauflagen für den Konzern sind anders lautenden Medienberichten im Rahmen des aktuellen Verwaltungsverfahren indes nicht möglich. Das Verfahren selbst wiederum könne sich noch über Monate hinziehen. Der aktuelle Bericht in der "Welt Am Sonntag" führte zumindest kurzfristig zu einem gehörigen Kursabschlag. Schloss die Aktie zum Börsenschluss am vergangenen Freitag noch mit 27,15 Euro, notierte sie zum Handelsbeginn am Montagmorgen bei 23,61 Euro. Im Laufe des Vormittags jedoch erholte sich der Aktienkurs wiederum und konnte mit 27,12 Euro an das Ursprungsniveau anknüpfen.

Ein Sprecher von CTS Eventim kommentierte derweil, dass die Prüfung des Kartellamts keine Überraschung darstellen: "Sie steht für das Unternehmen im Kontext der bekannten aktuellen Aktivitäten des Kartellamts zu Online-Plattformen." So sei bekannt, dass der Konzern hierzulande eine starke Position und die Konkurrenz daher oft das Nachsehen habe. "Unlautere Methoden wenden wir nicht an", fügte der Sprecher allerdings hinzu.

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