15.01.2013  Recorded Music  International

Britische Entertainment-Kette HMV ist insolvent

 

London - Die größte britische Entertainment-Kette HMV ist zahlungsunfähig. Sollte das Unternehmen keinen Käufer finden, müssten die 230 Filialen geschlossen und 4300 Angestellte gekündigt werden. Der erste HMV wurde 1921 in der Londoner Oxford Street von dem Komponisten Sir Edward Elgar eröffnet.

Deloitte soll als Verwalter eingesetzt werden. Das Ziel sei, das Geschäft weiterzuführen und parallel einen Käufer für HMV zu finden. Mitte Dezember hatte HMV bereits angekündigt, die Bankforderungen, die für Ende Januar fällig sind, voraussichtlich nicht erfüllen zu können. Zusätzlich soll das Weihnachtsgeschäft schwächer ausgefallen sein als erwartet. Berichten zufolge soll HMV seine Lieferanten um eine Finanzierung in Höhe von 300 Millionen Pfund gebeten haben – der Deal kam jedoch nicht zustande.

Ende Dezember wurde bekannt, dass die HMV-Lieferanten bei einer Involvenz mit bis zu 242 Millionen US-Dollar haften. Allen voran: Universal Music, das beim Kauf von EMI Music eine Verantwortung für HMV miterworben hat. Denn: HMV gehörte bis 1998 zur EMI Music Group. Beim Verkauf von HMV verpflichtete sich EMI, für die Miete von rund 40 der 238 HMV-Geschäfte zu haften, berichtet der "Daily Telegraph". Diesen Deal hat Universal Music beim Kauf des Tonträgergeschäfts der EMI Music Group mitübernommen. Musik-Labels und Filmstudios sollen HMV bereits mit einem Betrag von 40 Millionen Britischen Pfund unterstützt haben, so der "Daily Telegraph" weiter. Außerdem soll HMV größeren Zugriff auf Katalogware und Produkte auf Kommission erhalten.

HMV kämpft seit langem mit seinen Finanzen. Die letzte Halbjahresbilanz der Kette legte Ende Oktober Verluste in Höhe von 36,1 Millionen Pfund im Vergleich zum Vorjahr offen. Verkäufe sind in dem Zeitraum um insgesamt 13,5 Prozent zurückgegangen. Kürzlich hat die Entertainment-Kette versucht entgegenzusteuern und hat sein Live-Geschäft mit Verkauf der Mama Group abgestoßen. Im Sommer hat HMV bereits das legendäre Venue Hammersmith Apollo für 32 Millionen Pfund an Stage C Limited, ein Joint Venture von AEG Live und CTS Eventim, verkauft.

Die New Yorker Investment-Gruppe Apollo Global Management hat kürzlich zudem zehn Prozent der Anteile an HMV gekauft und soll möglicherweise an einer Komplettübernahme interessiert sein. Bleibt zu hoffen, dass doch noch ein Deal zustande kommt, um eine der weltweit letzten großen Entertainment-Ketten zu retten.

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