11.11.2011
Wirtschaft
London/New York - Universal Music übernimmt für 1,4 Milliarden Euro das Torträgergeschaft der EMI Music Group. Der Kauf wurde von Universal-Eigner Vivendi und Universal Music bestätigt.
Vivendi-CEO Jean-Bernard Lévy habe zur Übernahme gesagt, das Unternehmen sei "stolz, EMI in der Vivendi-Familie willkommen zu heißen", berichtet "Music Week". Außerdem respektiere Vivendi sämtliche Labels der EMI Music Group, seine Künstler und Mitarbeiter.
Weiter zitiert "Music Week" Lucian Grainge, Chairman und CEO der Universal Music Group: "Für mich als Engländer war EMI das überragende Musikunternehmen, mit dem ich aufgewachsen bin. Seine Künstler und deren Musik lieferten den Soundtrack für meine Teenager-Jahre. Daher ist die Universal Music Group sehr engagiert, sowohl das kulturelle Erbe und die künstlerische Vielfalt von EMI zu erhalten, als auch in deren Künstler und MItarbeiter zu investieren, um das Wachstum des Unternehmens voranzutreiben." Zudem beschrieb Lucian Grainge die Übernahme des Tonträgergeschäfts der EMI Music Group seitens Universal Music als "historisch".
Der Kaufabschluss wurde sowohl von Vivendis Management-Board als auch vom Supervisory-Board abgesegnet. Dennoch ist der Kauf von einer Reihe externer Faktoren abhängig, beispielsweise der Zustimmung der Kartellämter.
Um den Kauf zu finanzieren, will Universal Music unter anderem nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehörende Anteile im Wert von 500 Millionen Euro verkaufen. Was die Übernahme durch Universal Music für die Mitarbeiter und Künstler von EMI bedeutet, ist noch nicht klar.
Lange Zeit galt Warner-Eigner Access Industries als Favorit für das Tonträgergeschäft der EMI Music Group. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Universal Music wohl wieder ins Rennen um EMI Music eingestiegen ist, nachdem der Major Ende Oktober aufgrund von Uneinigkeiten bezüglich der Pensionsverpflichtungen angeblich das Handtuch geworfen hatte.
Nun bleibt nur noch abzuwarten, wer den Verlagsarm von EMI Music – EMI Music Publishing – übernehmen wird. Hier hieß es lange Zeit, BMG würde als Sieger hervorgehen. Doch nun soll Sony/ATV den Konkurrenten BMG mit einem Gebot von 2,2 Milliarden US-Dollar (rund 1,62 Milliarden Euro) ausgestochen haben. BMG soll zwischen 1,8 Milliarden und zwei Milliarden US-Dollar geboten haben. Der Kauf von EMI Music Publishing liegt wohl besonders Marty Bandier, Chairman und CEO von Sony/ATV am Herzen: Bandier hat vor seinem Wechsel zu Sony/ATV im April 2007 17 Jahre lang EMI Publishing geleitet.
Währenddessen hat der Indie-Verband Impala bereits angekündet, sowohl gegen eine Übernahme von EMI Music seitens Universal Music als auch Sony/ATV vorzugehen. Impala habe bereits die Europäische Kommission eingeschaltet.