07.09.2012
Messen/Events
Berlin – Steffen Holly (CTO Aupeo!), Oke Göttlich (CEO Finetunes) und Christian Dittmar (Fraunhofer IDMT) sprachen auf der Berlin Music Week 2012 über die Wichtigkeit von Metadaten. Musikalisch wurde die Diskussion von Buzz Dee, dem Gitarristen von Knorkator und den Buzz Deez, untermalt.
Um Musik populär zu machen, seien Metadaten essenziell. Gerade was die virale Verbreitung von Musik angehe, seien Metadaten extrem wertvoll, so Oke Göttlich. "Als wir vor acht Jahren mit finetunes begonnen haben, mussten wir zunächst einen digitalen Musikkatalog aufbauen. Dafür waren Metadaten natürlich notwendig."
Metadaten sind das neue Cover
Metadaten ermöglichen das exakte Zuordnen eines Songs zu eine bestimmen Künstler, vorausgesetzt die Daten wurden von Anfang an gewissenhaft gepflegt, verfolgt und angepasst. Im digitalen Zeitalter stöbere man nicht mehr durch Plattenregale und entschiede unter anderem anhand des Covers, ob man sich ein Album genauer ansehe, so Steffen Holly. Metadaten seien das neue Cover. Im Netz suche man schließlich anhand der Metadaten, was nicht heiße, dass das Cover nicht nach wie vor einen ästhetischen Wert habe.
Auch bei der Verwertung der Musik seien Metadaten essenziell, so Holly. Bis das Geld beim Künstler ankomme, laufe es durch so viele Stationen. Wenn nicht klar sei, welchem Künstler des Geld zustehe, komme es zu Verzögerungen. Vielleicht haben beispielsweise zwei Künstler denselben Künstlernamen, werden aber unterschiedlich geschrieben. Wenn hier von Anfang an auf exakte Daten geachtet worden sei, mache das später keine Probleme.
All das solle natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass gute Musik immer noch das Wichtigste sei, so Holly. Wer keine gute Musik mache, dem würden auch sauber gepflegte Metadaten nicht viel nützen.
GEMA vs. Clubs: Lösung technisch möglich
Vieles von dem, was das Panel auf der Berlin Music Week 2012 diskutierte, wurde auch schon auf dem diesjährigen Future Music Camp der Popakademie Baden-Württemberg gesagt. Doch auch aktuelle Themen wurden angeschnitten, etwa der laufende Zwist zwischen GEMA und Clubbetreibern.
Einer der Kritikpunkte der Clubbetreiber ist ja, dass die GEMA den vielen Eigenheiten der Clubszene mit ihren neuen Tarifen nicht Rechnung trägt. So seien die meisten DJs im Bereich der Elektronischen Tanzmusik gar kein GEMA-Mitglied, dennoch müssten Clubbetreiber schon ab nur einem GEMA-pflichtigen Song den kompletten Abend unter den neuen Tarifen abrechnen.
Laut Christian Dittmar wäre es technisch längst möglich, exakt zu überwachen, welche Songs in einem Club gespielt würden. Gepaart mit einem flexibleren Tarif, wäre eine künstlergenaue Abrechnung längst möglich, das werde in Deutschland nur nicht umgesetzt.
Auch Oke Göttlich zweifelte kurzzeitig an, dass wir im digitalen Zeitalter lebten. "Dass wir 2012 noch keine globale Rechtedatenbank haben, ist nicht erklärbar."