22.03.2016  Recorded Music  Wirtschaft

BMG wird 2016 eigener Geschäftsbereich bei Bertelsmann

 

Berlin – Bertelsmann hat eine äußerst positive Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres vorgelegt. Doch das sind nicht die einzigen Neuigkeiten aus dem Hause des Medienunternhemens. BMG wird ab 2016 beim Mutterkonzern Bertelsmann in einen eigenen Bereich aufsteigen.

Dies gab Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, heute bei einer Pressekonferenz in Berlin bekannt. Zusätzlich zum organischen Wachstums stünden zudem große Investitionen im Raum.

Wenngleich Rabe keine genauen Umsatzzahlen nannte – Bertelsmann gebe immer nur die Umsätze für die Bereiche und nicht für die einzelnen Unternehmen bekannt – so stelle er zumindest fest: "BMG ist letztes Jahr im Umsatz um 40 Prozent gewachsen, davon etwa die Hälfte organisch. Das heißt, wir gewinnen deutlich Marktanteile in einem Markt, vor allen Dingen im Music-Publishing-Markt, der stabil ist bzw. leicht geschätzt auf etwa zwei Prozent wächst." Einen Gesamtumsatz für 2015 nannte Rabe nicht.

Sobald BMG bei Bertelsmann einen eigenen Bereich bekommt, werden ab dem Geschäftsjahr 2016 auch konkrete Umsatzzahlen publiziert. BMG hat als einziges internationales Musikunternehmen seinen Hauptsitz in Deutschland, ist jedoch auch verstärkt global tätig, beispielsweise in Skandinavien, den USA und seit kurzem auch in Australien.

Rabe stellte jedoch heraus: "Wir vernachlässigen Deutschland trotz der erfolgreichen Katalogkäufe in den USA keineswegs. Wir waren 2014 praktisch aus dem Stand ab dem Jahr 2008 marktführend in Deutschland, im Musikverlagsgeschäft, in den Chartanteilen. Letztes Jahr waren wir mit 16 Prozent Marktanteil die Nummer zwei und haben letztes Jahr ein großes Einzelgeschäft in Deutschland gekauft, Montana."

Investitionen im dreistelligen Millionen-Bereich

Was das Finanzielle anbelangt, so habe Bertelsmann laut Rabe im Musikgeschäft unterschiedliche Investitionskategorien. Zunächst leiste man Vorauszahlungen an Künstler, ob bestehend oder neu. Dann könne man Kataloge erwerben oder auch Musikunternehmen.

Auf die Frage nach der Höhe der Investitionen erklärte Rabe: "Wir investieren momentan in der Größenordnung von etwa einem dreistelligen Millionenbetrag. Wir können das Geschäft organisch wachsen lassen, aber wir werden da, wo es Sinn hat, auch weiter akquirieren. Bertelsmann und BMG sind dafür bekannt, dass wir eine sehr gute Heimat bieten für Künstler und für Kataloge, wenn deren Besitzer sich von den Katalogen trennen wollen."

Wachstumsmärkte China und Indien

Auch in den Milliardenstaaten China und Indien ist BMG inzwischen aktiv. Zum neuen China-Geschäft und dem Deal mit Alibaba sagte Rabe: "Wir sind nicht im CD-Geschäft in China tätig. Das wäre aussichtslos. Wir haben im Jahr 2014 eine exklusive Lizenzvereinbarung mit Alibaba abgeschlossen, die wiederum Musikrechte in digitaler Form als Download oder Streaming anbietet. Wir wurden dafür von Alibaba angemessen vergütet. Es ist das erste Mal, dass wir im großen Stil in China außerhalb der Lizenzierung von Musik für Werbung, die in China gespielt wird, Geld verdient haben, und wir sind sehr zuversichtlich, dass das weiter geht."

Eine ähnliche Entwicklung sieht Rabe in Indien beim Streaming-Anbieter Saavn, an dem Bertelsmann beteiligt ist. Das sei das Spotify Indiens und ein Weg, dort einen legitimen Musikmarkt über Streaming zu etablieren. Das Streaming sei ausgesprochen positiv für die Musikindustrie und habe ganz wesentlich dazu beigetragen, dass der Musikmarkt und der Tonträgermarkt sich in Deutschland, in Großbritannien, aber auch in den USA stabilisiert habe. Rabe prognostizierte: "Wir glauben, dass ein erheblicher Teil der Zukunft der Musik im Streaming liegt."

0 Leser fanden diesen Beitrag lesenswert

0 Leser fanden diesen Beitrag weniger lesenswert

Vielen Dank für Ihre Meinung.

Sie haben schon an der Berwertung teilgenommen.

Sie haben ihre Meinung geändert.


 
 
 

Weitere News

 
 

25.05.16 |

Recorded Music

Szene

Die gestrigen "Sing meinen Song 2016"-Folge, in der Xavier Naidoo und dessen Songs im Mittelpunkt standen, sahen erneut weniger als zwei Millionen Zuschauer im Gesamtpublikum. Für Vox ist dies dennoch ein überdurchschnittlicher Wert.

 

25.05.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

Membran hat einen weltweiten Vertrag mit Quincy Jones Productions und Qwest Records unterzeichnet, um zwei neue Alben von Künstlern, die von dem 27-fachen Grammy-Gewinner und seiner Firma gemanaget werden, zu lizenzieren, zu vermarkten und zu vertreiben.

 

25.05.16 |

Recorded Music

Szene

Edelmetall-Regen für Andreas Bourani: Dem Sänger wurden von seinem Label Universal Music am 11. Mai im Prince Charles in Berlin zahlreiche Platin- und Gold-Awards übergeben.

 

25.05.16 |

Recorded Music

Wirtschaft

Die Edel AG hat mit 93,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2016 ein Umsatzplus von sechs Prozent erwirtschaftet. Auch das EBIT und das EBITDA verzeichneten ein Plus.