30.07.2013  Recorded Music  Digital+Mobil

BITKOM: Über sechs Millionen streamen in Deutschland Musik

 

Berlin - Mehr als sechs Millionen Deutsche nutzen Musik-Streaming-Dienste wie Spotify, simfy, Rdio, Aupeo und Xbox Music. Bekannt sind entsprechende Musik-Streaming-Portale bei 16 Millionen Bundesbürgern, wie eine Umfrage des BITKOM zeigt.

Die Studie belegt – erwartungsgemäß –, dass besonders junge User an Streaming-Diensten interessiert sind und diese nutzen. So streamen 28 Prozent der 18- bis 29-Jährigen Musik bei einem der Streaming-Dienste. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es lediglich zwölf Prozent.

Außerdem kommt die BITKOM-Umfrage zu dem Ergebnis, dass Musik-Streaming überzeugt: Wer einmal gestreamt hat, bleibt meist dabei. So nutzt jeder zweite Streaming-Kunde das Angebot mehrmals pro Woche oder täglich und 27 Prozent wenigstens mehrmals im Monat. "Streaming-Dienste ermöglichen Zugriff auf Millionen von Musiktiteln zum monatlichen Festpreis und eignen sich unter anderem dazu, neue Künstler zu entdecken", so Dr. Christian P. Illek aus dem BITKOM-Hauptvorstand. "Einer der wesentlichen Vorteile vom Musik-Streaming ist die Möglichkeit, von jedem Gerät auf das Angebot zugreifen zu können, ohne einzelne Dateien erst übertragen zu müssen. Zudem ist der Verbraucher bei seriösen Anbietern auf der sicheren Seite."

Dass Musik-Streaming immer beliebter wird, zeigt sich auch in den Umsätzen: Der BVMI meldete kürzlich für das erste Halbjahr 2013 eine Steigerung der Einnahmen mit abo-basierten Streaming-Diensten um 137 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch eine aktuelle Studie von PriceWaterhouseCoopers prognostiziert, dass Streaming bis 2017 weltweit 18 Prozent an den Umsätzen auf dem digitalen Musikmarkt ausmachen und für insgesamt 125 Millionen Euro Umsatz sorgen wird.

In Ländern wie Schweden und Norwegen befindet sich der Musikmarkt aktuell bereits vor allem dank der Einnahmen im Streaming-Sektor im Wachstum: Der schwedische Musikmarkt legte um zwölf Prozent zu, wobei Streaming-Umsätze 70 Prozent der Gesamteinnahmen ausmachte, während Norwegen 17 Prozent Einnahmeplus verzeichnet bei 66-prozentigem Streaming-Anteil an den Umsätzen.

Derweil ist sich die Branche noch immer nicht einig, ob Musik-Streaming Segen oder Fluch ist: Erst kürzlich haben Nigel Goodrich und Radiohead-Frontmann Thom Yorke das Streaming-Modell aufgrund der geringen Ausbeute kritisiert und einige ihrer Alben von Streaming-Diensten abgezogen. David Macias, der Präsident von Thirty Tigers, einem Anbieter von Dienstleistungen für Labels und Künstler, hält dagegen, dass Streaming in den meisten Ländern noch nicht eine entsprechend große Marktmacht erreicht hat wie in Schweden. Wäre der Marktanteil von Streaming-Diensten in allen Ländern so groß wie in Schweden, würde sich das Modell sicherlich lohnen, argumentiert Macias. Im Mai erst hat der Indie-Zusammenschluss Merlin bekanntgegeben, dass für ein Drittel seiner Labels Streaming mehr einbringt als Download-Verkäufe.

Die BITKOM-Umfrage bezog sich lediglich auf Streaming-Dienste, die ausschließlich Musik-Streams nach individueller Wahl liefern, nicht etwa Portale wie YouTube, die auch andere Inhalte anbieten, oder Internetradiosender, deren Programm der Hörer nicht beeinflussen kann. Durchgeführt wurde die repräsentative Umfrage im Auftrag der BITKOM durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa. Es wurden 1003 Internet-User ab 14 Jahren in Deutschland befragt.

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