19.09.2012
International
Sydney - Australien hat den Universal/EMI-Merger ohne Einwände durchgewunken. Der Deal würde den Wettbewerb in Australien nicht negativ beeinflussen. Die Independent-Musikszene Australiens hat die Entscheidung bereits kritisiert.
So nannte die Australien Independent Record Labels Association (AIR) die Entscheidung der australischen Kartellbehörde ACCC zum Universal/EMI-Merger "sehr enttäuschend". David Vodicka, Chairmann der AIR, kommentiert, dass die Behörde "nicht beachtet, was für eine Auswirkung das Zusammenlegen von zwei bereits mächtigen Musikunternehmen zu einem auf den heimischen Musikmarkt hat, die dann über 50 Prozent des Marktes kontrollieren", zitiert die "Music Week". Zudem würde der Merger "die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle einschränken, wenn sie den Vorstellungen von Universal nicht entsprechen".
Auch Charles Caldas, CEO des Indie-Digitalvertrieb Merlin, bezeichnet die Entscheidung der ACCC als "unverständlich". Sollte der Deal ungehindert vollzogen werden, würde dies für Konsumenten "kleinere Auswahl, höhere Preise und weniger umfassende Digitalangebote" bedeuten.
Die ACCC ist jedoch zu dem Schluss gekommen, dass der Universal/EMI-Merger in Australien keine negativen Auswirkungen auf den Digital- und den Indie-Musikmarkt haben werde. Universal Music kommentiert: "Wir freuen uns, dass die ACCC der Übernahme von EMI Music durch Universal Music ohne Einwände freie Fahrt gegeben hat. Dies folgt ähnlichen Entscheidungen in Japan, Kanada und Neuseeland. Unser Investment in EMI wird mehr Möglichkeiten für neue und etablierte Künstler liefern, den Musik-Output und die Auswahl für Konsumenten vergrößern und neue digitale Dienste unterstützen. Wir begrüßen die Entscheidung der Kartellbehörde und arbeiten weiterhin eng mit den Regulatoren in Europa und den USA zusammen, um weitere Freigaben zu erhalten."
Die EU-Kommission hat nicht mehr lange Zeit, um sich pro oder contra den Universal/EMI-Merger zu entscheiden beziehungsweise die Konditionen zu bestimmen: Am 27. September muss die Entscheidung schriftlich vorliegen. Zuletzt hieß es, den Regulatoren gingen die Zugeständnisse seitens der Universal Music Group nicht weit genug und mittlerweile soll die EU-Kommission verlangen, dass Universal Music die vorgeschlagenen Labels welt- und nicht nur EU-weit abtritt. Derweil wurde die erste Zahlung von 1,25 Millarden US-Dollar von Vivendi an EMI-Eigner Citigroup bereits getätigt.