09.03.2012  Live Entertainment  Szene

Auch mit 82 Jahren noch „on the road“: Fritz Rau feiert Geburtstag

 

München - Einer der bekanntesten deutschen Konzertveranstalter feiert heute, 9. März, Geburtstag. Auch im Alter von 82 Jahren steckt Fritz Rau noch voller Tatendrang. Aktuell ist der Jubilar mit drei verschiedenen Vortrags-Tourneen quer durch die Republik unterwegs.

Nachdem Fritz Rau in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Vortragsreisen zu seiner viel beachteten Autobiografie “50 Jahre Backstage“ und eine weitere unter dem Titel „Begegnungen“ (beide mit dem Musiker Jürgen Schwab) unternommen hatte, ist in diesem Februar ein drittes Programm hinzugekommen. Dabei steht ein doppeltes Jubiläum thematisch im Vordergrund. Zum einen erinnert Fritz Rau daran, dass er 1962 mit seinem langjährigen Geschäftspartner Horst Lippmann erstmals das "American Folk Blues Festival" in Deutschland veranstaltete, das zu einer regelmäßigen, langjährigen Konzertreihe wurde. Zum anderen feiert auch eine Band ihr „goldenes Jubiläum“, die Fritz Rau als Veranstalter mehr als 30 Jahre lang begleitet hat: Die Rolling Stones wurden vor 50 Jahren gegründet. Bis in den Oktober sind bereits Termine für diese Voträge gebucht, bei denen der Impresario von dem Bluesmusiker Biber Herrmann begleitet wird.

Immer wieder kehrt Fritz Rau mit seinen Vorträgen auch in jene Spielstätten zurück, in denen er einst selbst Konzerte veranstaltete. Den neu gebauten Großarenen, die vor allem in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind, kann der 82-Jährige nicht allzu viel abgewinnen, wie er unlängst bei einer Pressekonferenz anlässlich des 60-jährigen Jubiläums der Dortmunder Westfalenhalle erklärte. „Wir brauchen keinen Beton, wir brauchen Wärme“, so Rau.

Das Konzertgeschehen verfolgt der heute im Taunus lebende Veranstalter nach wie vor interessiert. Mit Freude nehme er den großen Erfolg von Udo Lindenberg und auch die anhaltende Präsenz von Udo Jürgens in den großen Konzerthallen zur Kenntnis. Über seine Kinder und Enkelkinder finde er aber auch den Zugang zu neueren Acts, die ihn im Konzert mitunter durchaus begeistern würden. „Bei Coldplay zum Beispiel sitze ich mit offenem Mund da“, berichtete Rau. Er wiederum habe seine Vorliebe für Mick Jagger und Co. an die Nachkommen weitergegeben. „Auch meine Kinder und Enkelkinder sind große Stones-Fans“, so die Veranstalter-Legende. Sein Verhältnis zu den britischen Superstars sei auch heute noch gut. „Netterweise werden meine Bitten um Freikarten erhört“, sagte Rau schmunzelnd. Im Übrigen könne er das „Böse Buben“-Image des Quintetts keineswegs bestätigen, in der Zusammenarbeit seien die Stones äußert diszipliniert gewesen. „In unseren 34 gemeinsamen Jahren haben sie nie ein Konzert platzen lassen.“

Vielleicht war es auch der Respekt vor dem bisweilen aufbrausenden Impresario, der heute über seinen Spitznamen „Ayatollah Choleri“ selbst herzlich lachen kann.“Natürlich bin ich auch mal laut geworden, aber ich habe nie jemanden fertiggemacht“, stellt er klar. Dies hätten offenbar auch seine Kollegen und sonstigen Weggefährten so gesehen. „Ich werde ja auch noch heute noch oft zu Jubiläen und ähnlichen Anlässen eingeladen.“ Auch zahlreiche Ehrenmitgliedschaften, unter anderem in den Veranstalterverbänden bdv und VDKD, sprechen für die Wertschätzung, die die Branche Fritz Rau entgegenbringt.

Der wiederum blickt zuversichtlich in die Zukunft seines Berufsstandes. „Ich mache mir um das Live-Konzertbusiness überhaupt keine Sorgen“, so Rau. Das Erlebnis einer Bühenshow sei für den Besucher in keiner anderen Form reproduzierbar. „Live ist das Leben.“ Die Veranstalter wiederum seien immer wieder gefordert, dem Publikum bestmögliche Qualität zu bieten. „Es ist die beste Werbung, wenn die Menschen nach einem Konzert nach Hause gehen und sagen: Das war ein Bombenabend.“ Dass es bisweilen auch am Künstler scheitert, dem Publikum ein solches Positiverlebnis zu bescheren, hat Fritz Rau während seiner rund 50-jährigen Veranstalter-Laufbahn oft genug erlebt. Im Rückblick lässt er allerdings Milde walten: „Ich habe alle schwierigen Künstler vergessen und denke nur an die erfolgreichen zurück.“

Die nächsten Termine mit Fritz Rau:
10.03. Karlsbad-Ittersbach – „Jubiläums-Tour“ mit Biber Herrmann
14.03. Stuttgart – „Begegnungen“ mit Jürgen Schwab
17.03. Ronneburg –„Begegnungen“ mit Jürgen Schwab
21.03. Wuppertal –„Jubiläums-Tour“ mit Biber Herrmann
23.03. Alzey – „50 Jahre Backstage“ mit Jürgen Schwab
25.03. Schöneck-Oberdorfelden – „50 Jahre Backstage“ mit Jürgen Schwab
30.03. Gelsenkirchen –„Begegnungen“ mit Jürgen Schwab

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