26.10.2012
Digital+Mobil
Cupertino - Die Verhandlungen zwischen Apple und den Majors um das Apple iRadio befinden sich angeblich in den letzten Zügen. Das Apple-Streaming-Radio soll bereits Anfang 2013 kommen, berichtet "Bloomberg".
Knackpunkte der Verhandlungen um das Apple iRadio sollen nicht nur die Vorabgebühr für die Lizenzvergabe, sondern auch eine Beteiligung an den Werbeeinnahmen sein. Zudem wollen die Majors laut "Bloomberg", das sich auf unterrichtete Quellen beruft, auch die Möglichkeit haben, Werbungen für ihre Künstler im Apple iRadio zu platzieren. Hochrangige Vertreter von Universal Music, Warner Music und Sony Music sollen bereits in der Apple-Zentrale in Cupertino zu Gast gewesen sein, um das Apple iRadio zu besprechen.
Bereits im September wurden Gerüchte laut, dass Apple einen Streaming-Dienst bzw. ein Internet-Radio plant. Kurz darauf bestätigte ein Sony-Executive gegenüber der "New York Times", dass ein Apple iRadio – der Name ist noch nicht bestätigt – in Planung ist, Sony/ATV/EMI Music Publishing sich jedoch vorerst quer stellt, um einen besseren Deal auszuhandeln. Eine offizielle Bestätigung von Seiten Apples steht allerdings nach wie vor aus. "Sollte Apple ein Radio anbieten, wird es allen Konkurrenten weit überlegen sein", prognostiziert Rich Greenfield, ein Analyst für BTIG LLC laut "Bloomberg". Denn mit einen iRadio könnte Apple das Musikhören im Auto erobern, das nach wie vor ein wichtiger Punkt – besonders in den USA – ist.
Wichtig sei Apple für das iRadio zudem, neue Releases vorab exklusiv seinen Usern bieten zu können. Auch will Apple für iRadio direkte Lizenzdeals abschließen, um sein Angebot flexibler gestalten zu können. Pandora, der größte Konkurrent auf dem Streaming-Sektor in den USA, beschränkt seine User aufgrund der Lizenzen im Skippen von Tracks, d.h. Songs können nur eine bestimmte Anzahl von Malen übersprungen werden. Auch kann bei Pandora jeder Künstler nur eine bestimmte Anzahl von Malen pro Stunde gestreamt werden. Dies soll beim Apple iRadio vermieden werden. Beim Apple iRadio soll der Fokus zudem nicht auf einer browser-basierten Version liegen, sondern auf einer App für das iPhone, iPad und den iPod Touch.
Für Apple ist ein Internet-Radio der nächste logische Schritt, kommentiert Greenfield. Downloads verzeichnen zwar nach wie ein Umsatzplus, im Vergleich zu den Vorjahren wächst der Download-Sektor jedoch langsamer, so dass ein Minus auf lange Sicht nicht ausgeschlossen wird. Derzeit gibt es über 400 Millionen iTunes-Account, so dass Apple der größte Musik-Retailer weltweit ist. Ein Apple iRadio wird daher mit großer Wahrscheinlichkeit ordentliche Erträge für die Musikindustrie liefern. Mit einem Umsatz von 36,0 Milliarden US-Dollar sowie einen Netto-Quartalsgewinn von 8,2 Milliarden US-Dollar hat Apple im dritten Quartel 2012 neue Bestwerte erzielt.
Die Pandora-Aktie ist nach dem Bekanntwerden der Verhandlungen um das Apple iRadio im September übrigens um 17 Prozent gefallen. Als Apple das Apple iRadio bei seinem Launch-Event zum Apple iPad mini und dem iPad 4 am 23. Oktober nicht angekündigt hat, stieg die Aktie wieder um 8,4 Prozent. Nun, nachdem der baldige Launch des Apple iRadio festzustehen scheint, ist die Pandora-Aktie jedoch wieder um zwölf Prozentpunkte gefallen.