28.01.2016  Recorded Music  International

Apple Q1/2016: Nach Rekord-Quartal Umsatzeinbruch für 2016 erwartet

 

Cupertino – Eigentlich sollte die erfolgreiche Bilanz des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2016, das am 26. Dezember 2015 zu Ende ging, im Hause Apple für mehr Euphorie sorgen. Mit 75,9 Milliarden US-Dollar Umsatz und 18,4 Milliarden US-Dollar Nettogewinn stellte der Tech-Riese einen neuen Rekord für das Weihnachtsquartal auf. Doch hat das Unternehmen nun wohl seinen Zenit überschritten.

Im Vergleich zu Q1/2015 verbuchte Apple ein leichtes Umsatzplus von 1,7 Prozent, der Nettogewinn stieg um 2,2 Prozent. Die Zukunft sieht jedoch weniger rosig aus. Wie CEO Tim Cook bei der Bekanntgabe der Bilanz verkündete, werde Apple in den drei Monaten bis Ende März fünf bis acht Milliarden US-Dollar weniger erlösen.

Als Begründung nannte Cook laut meedia.de Verwerfungen auf den Währungsmärkten, die angeschlagenen Schwellenländer und mangelnde Vergleichbarkeit der Quartalsergebnisse.

Wirtschaftsjournalist Nils Jacobsen meint jedoch, dass Apple einfach seinen Zenit überschritten habe. Irgendwann griffen die Gesetze der Schwerkraft und Apple könne mit dem iPhone nicht mehr weiter wachsen: "Während der erste Absatzrückgang im Weihnachtsquartal mit dem Kunstgriff des späteren Launches, der in einem haarscharfen Plus von 300.000 Einheiten mündete, noch einmal umgangen werden kann, kommt es nun in der Folge umso dicker."

Nicht nur das iPhone schwächelt

Auch im Juni-Quartal dürfe sich der Trend kaum wenden, wie Indikationen aus der Zuliefererkette ergeben. Selbst die Veröffentlichung des iPhone 7 werde am allgemeinen Umsatzrückgang vermutlich nichts ändern.

Neben dem iPhone-Zugpferd lahmen auch andere Produkte wie iPad und Macs. Die Apple Watch gilt zudem als verkaufsschwächstes neues Produkt seit der Rückkehr von Steve Jobs 1997. Die geplante Entwicklung eines Apple-Autos ist so erst recht in weite Ferne gerückt.

Apple wird nicht pleite gehen

Nichtsdestotrotz ist Apple laut Jacobsen weit davon entfernt, den Laden dichtmachen zu müssen. Dank Bargeldreserven von 152 Milliarden US-Dollar werde das Unternehmen auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten seine – wenn auch zahlenmäßig geschrumpfte – Klientel bedienen können.

Die Börse reagierte auf die Negativprognose mit Kursverlusten der Apple-Aktie von sechs Prozent, der tiefste Stand seit vergangenem August. Vier Prozentpunkte Vorsprung bleiben Apple noch auf den Google-Dachkonzern Alphabet als wertvollster Konzern der Welt. Wenn Alphabet seine Bilanz für das Weihnachtsquartal vorlegt, könnte es jedoch eine Wachablösung geben.

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