01.10.2012
International
New York – Die Gerüchte sind bestätigt: Apple entwickelt seinen eigenen Streaming-Dienst. Wie ein Sony-Manager gegenüber der New York Times berichtete, stellt sich Sonys Musikverlag vorerst quer, um eine bessere Vergütung zu erreichen.
Mit den anderen Major-Labels hat sich Apple für sein Apple Internet-Radio anscheinend bereits geeinigt, nur der Musikverlag Sony/ATV, der zum Apple-Konkurrenten Sony gehört, stellt sich noch quer. Der Chef von Sony/ATV Martin Bandier sagte über das Apple Internet Radio: „Wir wollen den Dienst. Wir wollen nur fair bezahlt werden.“ Beide Konzerne konnten sich bisher nicht einigen, deswegen verzögert sich die Einführung des Apple-eigenen Internet-Radios.
Die Äußerung des Sony-Managers ist eine erste Bestätigung dafür, dass Apple tatsächlich an einem eigenen Radio-Streaming-Dienst arbeitet. Nach wie vor kommentiert das Apple nicht öffentlich. Ohne die Rechte eines der weltweit größten Musikverlage wäre Apples Dienst allerdings nicht konkurrenzfähig. Sony/ATV gehört zu gleichen Teilen Sony und den Erben von Michael Jackson und übernahm im Sommer auch die Verlagssparte von EMI. Nun gehören neben Rechten an Werken von u.a. Lady Gaga und Taylor Swift u.a. auch die der Beach Boys und der Beatles.
Mit iTunes ist Apple derzeit der weltgrößte digitale Musikverkäufer. Allerdings sind Streaming-Dienste wie Spotify und Rdio auf dem Vormarsch, bei denen die Musik nicht mehr erworben, sondern lediglich abgespielt wird. Apples Vorhaben ein Apple Internet Radio aufzubauen soll aber eher Internet-Radios wie Pandora gleichen, bei denen die Nutzer vorgefertigte Playlisten hören, anstatt einzelne Songs auszuwählen. Wie bei Pandora soll auch bei Apples Internet-Radio Werbung eingeblendet werden und auf Geräten wie dem iPhone, iPad und womöglich auch auf Windows-Rechnern laufen. Allerdings sollen bei Apple die Labels besser beeinflussen können, welche Songs wie oft laufen und welche Werbung dazu geschaltet wird.