13.08.2010
Digital+Mobil
London - Das Branchenmagazin "Billboard" analysierte Googles Pläne für einen digitalen Musik-Service und die mögliche Aufnahme durch Musikschaffende. Demnach sei zu erwarten, dass Googles Ruf bei Musikschaffenden und Rechteinhabern ein Problem darstellen könnte. Außerdem könnten die Erwartungen der Aktionäre an den Konzern zu hoch sein.
"Billboard" zitiert den Anwalt Chris Castle, der in seinem Blog anmerkt, dass frühere Ausflüge Googles in andere Geschäftsbereiche von mäßigem Erfolg gekrönt waren. Man müsse das im Auge behalten und bedenken, dass Google hohe Erwartungen an den Aktienwert zu erfüllen habe, wenn es sich ins digitale Musikgeschäft wagt. Man habe es mit starker Konkurrenz unter anderem aus dem Hause Apple zu tun, das dafür bekannt ist, mit den Vertretern der Branche per Du zu sein. Apple versäume keine Gelegenheit, zu beteuern, dass Urheberrechte bei sämtlichen Musikplänen allerhöchste Priorität genießen.
Googles Ruf unter Musikschaffenden sei ein ganz anderer: Dank zahlreicher Klagen aufgrund angeblicher Verletzungen des Urheberrechts gilt Google gemeinhin als Ignorant gegenüber den Rechten von Autoren und Komponisten. Dass Google über die finanziellen Mittel verfügt, um jede Gerichtsverhandlung zu überstehen, helfe ebenfalls nicht, das Vertrauen der Musikindustrie zu gewinnen.
Andererseits wäre da YouTube: Mittlerweile funktioniert die Zusammenarbeit der Labels mit dem Videoportal sehr gut. Auch Vevo, das zu 90 Prozent von YouTube-Videos lebt, genießt einen guten Ruf unter Musikschaffenden und in der Industrie. Die Wahrscheinlichkeit, dass Google auch mit seinem kommenden Service im Interesse der Rechteinhaber handelt, sei also gegeben.
Details zum Stand der Entwicklung des Google-Musikdiensts sind noch nicht bekannt. Vor einigen Wochen engagierte man die Anwältin Elizabeth Moody, um das Signal zu geben, man sei für Lizenzverhandlungen bereit.