18.10.2011
Wirtschaft
New York – Amazon versucht sich als Herausgeber von 122 physischen und digitalen Büchern allein im Herbst. Der Online-Retailer fungiert damit als Verlagshaus und Händler zugleich. Die ersten Autorenverträge sind bereits unterzeichnet und auch die Editoren werden von Amazon gestellt.
Laut "Billboard" ändert Amazon damit die "traditionelle Wertschöpfungskette des Verlagsgeschäfts." Es gebe weniger Mittelsleute, nur noch die Autoren und Leser würden zählen.
Mit Amazons Cloud-Service und dem neuen E-Reader Kindle Fire, der in den USA im Novermber mit integriertem Book-Store erscheint, verfügt der Online-Händler ohnehin schon über ein umfassendes Exklusiv-Angebot auf dem Buchmarkt. Laut "Billboard" hätte Amazon-Executive Russell Grandinetti Anfang des Jahres vorausgesagt, Amazon werde Ende 2012 die Hälfte des US-Buchmarktes kontrollieren. Sollte Amazon künftig auch nicht mehr auf Verleger und Editoren angewiesen sein, würde das noch mehr Kontrolle für das Unternehmen bedeuten.
Amazons Schritt ins Verlagsgeschäft werfe zudem die Frage auf, ob der Konzern in Zukunft auch im Bereich Musik zu Werke geht und etwa Label-Funktionen übernimmt. Mit der marktbeherrschenden Stellung von iTunes, das im vergangen Jahr für mehr als 30 Prozent der US-Gesamteinnahmen aus dem Tonträger-Geschäft verantwortlich zeichnete, seien die Erfolgaussichten allerdings gering.