01.08.2012
Digital+Mobil
Seattle – Der Amazon Cloud Player ist seit gestern online. Amazon konnte Lizenzdeals mit sämtlichen Majors sowie mit mehr als 150 Indie-Labels, -Vertrieben, Aggregatoren und Verlagen abschließen. Amazons Cloud Drive besteht weiterhin als eigenständiges Angebot.
Bereits im Juni konnte Amazon mit Sony Music, Universal Music und EMI Music Lizenzvereinbarungen für den Amazon Cloud Player gewinnen. Anfangs sprach Amazon noch von Cloud Drive. Nun gab der Online-Händler bekannt, dass Cloud Drive für Daten sowie Fotos und der Cloud Player ausschließlich für Musik genutzt werden können.
Dank der Lizenzvereinbarungen gleicht Amazons Cloud Player die Musikbibliothek seiner Nutzer mit dem 20 Millionen Songs umfassenden Katalog von Amazon ab. Songs, die übereinstimmen, werden automatisch in 256 Kbps Audio-Qualität in der Wolke, also auf einem zentralen Amazon-Server, abgespeichert – egal ob die Songs aus iTunes oder der Windows-Media-Player-Datenbank des Users stammen und egal, auf welchem Weg die Songs dorthin gelangt sind.
Preise des Amazon Cloud Players
Den Amazon Cloud Player gibt es in einer kostenlosen und einer Premium-Version. Mit der kostenlosen Version können User bis zu 250 Songs in die Amazon-Cloud importieren. Amazon Cloud Player Premium erlaubt das Abspeichern von bis zu 250.000 Songs für 24,99 US-Dollar im Jahr. Bei Amazon gekaufte MP3s sind von diesem Limit nicht betroffen – weder in der kostenlosen, noch in der Premium-Version von Amazon Cloud Player.
Amazon Cloud Drive gibt es nach wie vor ebenfalls in einer kostenlosen und einer Zehn-Dollar-Variante. In der kostenlosen Ausführung erhalten User fünf Gigabyte Speicherplatz in der Wolke, für zehn Dollar im Jahr gibts 20 Gigabyte Speicherplatz. Den Preis für die Premium-Version hat Amazon mit dem Launch des Cloud Player gesenkt. Ursprünglich kosteten 20 Gigabyte 20 Dollar im Jahr.
Verfügbarkeit des Amazon Cloud Players
User können den Amazon Cloud Player von ihrem Kindle Fire, iPhone, iPod Touch, Android-Gerät oder Web-Browser aus nutzen. Bald soll Amazon Cloud Player auch über Sonos Heimsysteme oder den Streaming-Player von Roku laufen. Im neuen Kindle Fire ist Amazon Cloud Player bereits vorinstalliert. Aktuell gelangt man nur über die US-amerikanische Seite von Amazon zum Cloud-Angebot.
Hintergrund zum Amazon Cloud Player
Amazon hatte seinen Cloud-Service im März 2011 vorgestellt – ohne Lizenzen der Labels. Damit war klar, dass Amazon nicht denselben Service wie Apples iCloud bieten konnte. Ohne Lizenz-Vereinbarungen war es Amazon nicht möglich, einen sogenannten Scan-And-Match-Service anzubieten, also die Musik-Bibliothek eines Users mit den Songs auf Amazons Servern abzugleichen, um unnötige Uploads zu vermeiden.
Diese Zeiten sind nun vorbei. Damit hat von den "großen Drei" nur Google noch immer einen unlizenziereten Musikdienst: Google Music.