15.01.2016  Recorded Music  Wirtschaft

Album-Jahrescharts 2015: Polydor/Island und Label-Neuzugänge pushen Universal

 

Baden-Baden – Die Jahrescharts 2015 sehen Helene Fischer zum dritten Mal hintereinander auf dem Album-Thron. Ihre Erfolgsgeschichte geht Hand in Hand mit der Marktdominanz der Universal Music Group. Denn der größte Major konnte seinen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz in den letzten zwölf Monaten weiter ausbauen.

Die harten Zahlen: 2014 verbuchte Universal Music im Album-Bereich bereits einen Marktanteil von fast 45 Prozent. Dieser stieg im vergangenen Jahr auf über 48 Prozent. Der Zuwachs geht vor allem auf das Konto des Labels Polydor/Island. Jenes zeichnete mit "Weihnachten" und "Farbenspiel" von Helene Fischer sowie Sarah Connors "Muttersprache" für Platz eins, drei und vier der Jahrescharts 2015 verantwortlich und kam insgesamt auf 17,5 Prozent Marktanteil – eine Steigerung um gut 5,5 Prozent.

Darüber hinaus flossen erstmals die Verkäufe von Selfmade Records, Chapter One und Virgin Records mit in die Bewertung ein. Alle drei Labels waren erst im Laufe des Geschäftsjahres 2014 ins Leben gerufen bzw. vertraglich an Universal Music gebunden worden.

Universal Musics Zuwachs ging vor allem auf Kosten der Major-Konkurrenz: Sony Music verzeichnet einen Marktanteil von gut 18 Prozent – ein Minus von über sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr –, Warner Music fuhr ein Minus von über einem Prozent auf 12,6 Prozent ein.

Indie-Verkaufsschlager: Adele und "Sing meinen Song"

Der Indie-Bereich konnte sein Verkaufsniveau größtenteils halten. Verluste mussten unter anderem GoodToGo und Edel hinnehmen. Tonpool Medien, Vertreiber der "Sing meinen Song"-Reihe blieb stabil, Soulfood konnte zudem 1,3 Prozent gutmachen. Der größte Gewinner des Indie-Sektors ist hingegen Indigo. Der Vertrieb des Adele-Albums "25" (Platz zwei im Jahresranking) verzeichnet knapp über fünf Prozent Marktanteil – im Vorjahr lag er unter einem Prozent.

Betrachtet man die einzelnen Labels, so konnten lediglich vier Unternehmen ohne Major-Anbindung über ein Prozent Marktanteil erreichen: XL Beggars (u.a. Adele), XN-Tertain (u.a. "Sing meinen Song"), Rookies & Kings (u.a. Frei.Wild) und Chimperator (u.a. Cro).

Die genaue Jahresauswertung 2015 steht allen Abonnenten kostenfrei im >> musikmarkt-Charts-Service-Archiv << zur Verfügung.

Große Nachfrage nach einheimischen Alben

Auch bei Produktionen aus dem deutschsprachigen Raum hatte Universal Music die Nase vorn, jedoch mit etwas weniger Vorsprung. Der Marktführer kam hier auf 37,33 Prozent (plus 3,30 Prozent) vor Sony Music mit 14,03 Prozent (minus 2,13 Prozent). Erneut war hierbei Polydor/Island mit den Releases von Helene Fischer und Sarah Connor Universals stärkstes Zugpferd.

Warner Music verbesserte sich zwar um fast drei Prozent auf gut fünf, jedoch steht der Major weiterhin knapp hinter dem Indie-Vertrieb Tonpool. Außer GoodToGo hat darüber hinaus kein weiteres Label einen Marktanteil von über einem Prozentpunkt erreicht, die insgesamt jedoch rund ein Drittel des Marktes ausmachen.

Einheimische Produktionen waren 2015 generell bei den Konsumenten sehr beliebt. Der Anteil an den Gesamtverkäufen stieg auf fast 69 Prozent, was angesichts der verkaufsstärksten Alben des Jahres wenig verwundert: In den Top 10 finden sich sieben nationale Produktionen (mit Frei.Wilds "Opposition" acht), in den Top 20 sind es 14 (15 mit Frei.Wilds "Opposition").

Auch bei Soundtracks griffen die Deutschen 2015 ebenfalls häufiger zu als im Vorjahr: Mit über drei Prozent mehr als doppelt so oft wie im Vorjahr. Besonders erfolgreich waren hier die Alben zu "Fifty Shades Of Grey" und "Furious 7".

Der Anteil internationaler Produktionen fiel um fast drei Prozent.

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