16.02.2012  Recorded Music  International

ACTA: IFPI hält fest, Niederlande und Bulgarien steigen aus

 

London – Die Niederlande und Bulgarien sind die nächsten Länder, die sich weigern, das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA) zu ratifizieren. Die International Federation Of The Phonographic Industry (IFPI) verteidigt das Abkommen indes nach wie vor.

Nachdem Befürworter und Unternehmen sich von ACTA abwandten, Deutschland seine Unterschrift vorerst aussetzte, und Polen seine Unterschrift nach Protesten der Bevölkerung wieder zurückzog, setzen nun auch die Niederlande und Bulgarien ein Zeichen gegen ACTA. Die IFPI ist nach wie vor von dem umstrittenen Abkommen überzeugt. ACTA sei eine "gute Neuigkeit für Europa", zitiert "Music Week" den Dachverband. Die Industrie solle die "Karikatur" von ACTA durch die Öffentlichkeit ignorieren. Ein IFPI-Sprecher betonte gegenüber "Musik Week", ACTA ändere existierende Gesetze nicht.

Die Gegenerschaft von ACTA betont, das Abkommen schränke zivile Freiheiten sowie die Meinungsfreiheit ein. Außerdem kritisieren sie die Entstehung von ACTA, die größtenteils im Geheimen stattgefunden hatte. Als 22 EU-Mitglieder ACTA im vergangenen Monat unterzeichneten, trat Kader Arif, EU-Berichterstatter für ACTA, aus Protest von seinem Am zurück. In einem Statement auf seiner Homepage heißt es: "Ich möchte den gesamten Vorgang, der zur Unterzeichnung dieses Abkommens geführt hat, auf das Schärfste verurteilen."

Arif kritisiert in dem Statement die geheimen Verhandelungen, die beschleunigte Verabschiedung sowie das Ignorieren von Forderungen aus dem EU-Parlament. ACTA wirke sich auf die Freiheit der Zivilgesellschaft aus, auf die Verantwortlichkeit von Internet- Anbietern, aber auch auf die Herstellung von generischen Medikamenten und auf den Schutz unserer geografischen Daten. ACTA könne "schwerwiegende Konsequenzen für das Leben der Bürgerinnen und Bürger haben", trotzdem werde alles unternommen, um das "Mitspracherecht des Parlaments zu unterwandern". Arif wollte mit seinem Rücktritt laut eigenen Angaben ein Zeichen setzen, um die Öffentlichkeit zu alarmieren. Er werde nicht an dieser Farce teilnehmen.

0 Leser fanden diesen Beitrag lesenswert

0 Leser fanden diesen Beitrag weniger lesenswert

Vielen Dank für Ihre Meinung.

Sie haben schon an der Berwertung teilgenommen.

Sie haben ihre Meinung geändert.


 
 

Mehr zu dem Thema

Alles zum Thema ACTA finden Sie hier

 

Weitere News

 
 

24.04.14 |

Recorded Music

Schweiz

Fünf Schweizer Neueinsteiger verzeichnen die Top 10 der Schweizer Album-Charts, darunter Lo & Leduc, die sich mit "Zucker fürs Volk" Bronze holen.

 

24.04.14 |

Recorded Music

Szene

Der Streit zwischen Hip-Hop-Star Jan Delay und Schlagersänger Heino geht in die nächste Runde. Der Volksmusiker reicht eine Klage gegen Jan Delay ein, nachdem er von ihm in einem Interview als Nazi bezeichnet wurde.

 

24.04.14 |

Recorded Music

Szene

Vor sieben Jahren spielten Led Zeppelin ein Konzert in der Londoner O2 Arena. Gestern stellte Sänger Robert Plant in einem Interview mit der BBC klar, die Chance, dass Led Zeppelin noch einmal eine Reunion-Show spielen, stehe bei "null".

 

24.04.14 |

Seit Musik nicht nur gespielt, sondern auch verkauft wird, überlegen findige Menschen, welche Art Musik sich gut verkaufen lässt. Die Findigsten haben weder Gegenwind noch Irrwege gescheut, um den Pfad zu den goldenen Absatzhöhen zu beschreiten. Stets Seit an Seit mit der Jugend, gerade wenn es den Alten nicht gefiel. Rock'n'Roll, Punk, Techno – das Plattengold lag quasi auf der Straße.