05.04.2012  Recorded Music  Digital+Mobil

600.000 User in den USA: Hat Spotify zu viel versprochen?

 

New York – Spotify verzeichnet in den USA mittlerweile 600.000 zahlende Abonnenten. Das klingt nach recht viel, bedenkt man, dass Rhapsody für eine Million Abonnenten knapp zehn Jahre benötigte. Trotzdem scheint die US-Musikindustrie unzufrieden mit Spotify zu sein.

Insgesamt nutzen drei Millionen User Spotify in den USA. Insgesamt zahlen also 20 Prozent der US-Spotify-User fünf bis zehn US-Dollar im Monat. Laut "Billboard" habe eine Führungsperson der Musikindustrie Spotify vorgeworfen, vor dem US-Launch im Juli 2011 zu viel versprochen zu haben. Andere Insider hätten zumindest Bedenken an Spotifys Zahlen geäußert.

Spotify verwies stets auf den Erfolg des Streaming-Dienstes in Schweden, um die anfangs skeptische Musikindustrie von seinem Geschäftsmodell zu überzeugen, so auch im "Musikmarkt"-Interview: "In Schweden sind wir nicht nur die größte Einnahmequelle der Musikindustrie überhaupt, sondern es gibt auch etliche Künstler, die ausschließlich mit Spotify ihren Lebensunterhalt verdienen", so Axel Bringéus, Director International Growth bei Spotify, damals.

Schweden ist laut "Billboard" jedoch ein völlig anderer Markt als die USA. 2009, im ersten vollen Jahr, in dem Spotify in Schweden online war, machten Musik-Downloads 15 Prozent des Gesamtmarkts in Schweden aus. In den USA waren im selben Zeitraum 43 Prozent aller Musikkäufe Downloads. Die USA seien ein Download-affines Volk. Napster, Yahoo! Music Unlimited, Zune Pass, Nokia Comes With Music und andere vergleichbare Streaming-Dienste hätten in den USA keine Chance gehabt. Unter diesem Aspekt erschienen 600.000 zahlende Spotify-Abonnenten in neun Monaten nur angemessen, heißt es.

Auch Muve Music von Cricket Wireless hat mittlerweile 600.000 Abonnenten erreicht. Spotify, Rhapsody und Muve kommen insgesamt auf mehr als zwei Millionen zahlende Abonnenten. Gepaart mit den hohen Vorauszahlungen an die Labels sowie der Tatsache, dass Streaming-Dienste Downloads nicht das Wasser abgraben, gebe es eigentlich keinen Grund für die Musikindustrie unzufrieden zu sein. Auch wenn aktuelle Zahlen der RIAA zeigen, dass Klingeltöne in den USA im Jahr 2011 noch immer mehr Umsatz generierten (277.4 Millionen US-Dollar) als sämtliche Streaming-Dienste wie Spotify, Rdio, Rhapsody und MOG zusammen.

0 Leser fanden diesen Beitrag lesenswert

0 Leser fanden diesen Beitrag weniger lesenswert

Vielen Dank für Ihre Meinung.

Sie haben schon an der Berwertung teilgenommen.

Sie haben ihre Meinung geändert.


 
 
 

Weitere News

 
 

18.06.13 |

Recorded Music

Wirtschaft

Black Sabbath landen mit "13" auf der Pole Position und verweisen Xavier Naidoo mit "Bei meiner Seele" auf den zweiten Platz. Auf der Drei folgen die Beatsteaks mit ihrem neuen Album.

 

17.06.13 |

Recorded Music

Wirtschaft

FC-Bayern-Verteidiger Dante entert die Charts in dieser Woche mit zwei Songs: "Und Pokal auch" auf Position 79 sowie "Wir gewinnen die Meisterschaft" auf Platz 88. Der Erlös aus dem Verkauf beider Songs wird zu einem guten Zweck gespendet.

 

17.06.13 |

Live Entertainment

Dienstleister

Für seine aktuelle Tour 2013 "Fire It Up!" engagierte Joe Cocker drei Techniker der deutschen Firma satis&fy AG. satis&fy ist dabei nicht nur für die Deutschland-Termine der "Fire It Up!"-Tour verantwortlich, sondern für sämtliche Konzerte in Europa.

 

17.06.13 |

Live Entertainment

Österreich

Der Veranstalter zieht eine positive Bilanz für "Nova Rock 2013". Der Termin für 2014 steht schon fest.