13.10.2014  Recorded Music  Messen/Events

2. MusicBiz Madness geht erfolgreich zu Ende

 

Frankfurt am Main – Zum zweiten Mal fand die MusicBiz Madness 2014 statt. Am 12. Oktober trafen Musiker und Professionelle aus der Musikbranche in der Goethe-Universität aufeinander und tauschten Tips zum erfolgsversprechenden Start in der Musikindustrie aus.

Die meisten Musikkonferenzen richten sich an die Musikwirtschaft. Das wird schon dadurch deutlich, dass kaum Künstler in den Panels vertreten sind oder Vorträge halten. Die MusicBiz Madness richtet sich gezielt an Künstler und Künstlerinnen. In den Vorträgen der teilnehmenden Künstler und Branchenexperten erhalten sie Tips aus erster Hand, die ihnen die ersten Schritte im Musikbiz erleichtern können.

MusicBiz Madness 2014: Programm

Bei der MusikBiz Madness 2014 sprach Katja Köhler (Katja Köhler Marketing) über den effektiven Einsatz von Social Media für Musiker. Carlos San Segundo (delamar.de) gab Tips zur Online-Vermarktung. Eine Erkenntnis: Die wichtigste Anlaufstelle sei nach wie vor die Künstler-Website, denn die bleibe bestehen, auch wenn Facebook sich dazu entschließe, plötzlich keine kostenlosen Fan-Seiten mehr zuzulassen.

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"Eine Band braucht ein Konzept": Carsten Collenbusch bei der MusicBiz Madness 2014 (Foto: gg)

Julian Angel, Veranstalter der MusicBiz Madness 2014, berichtete von seinen Erfahrungen im Direct-2-Fan-Marketing und -Verkauf. "Wie binde ich meine Fans langfristig über einen Newsletter?", "Wie gestalte ich den Release-Countdown?", "Wie halte ich die Abwicklung der Bezahlung möglichst einfach?", waren einige der Fragen die Angel, der selbst Frontmann einer Band (Beautiful Beast) ist, beantwortete. Birgitt Schwanke (GerMusica Promotion) gab als PR-Expertin Tips, wie man ein Album gewinnbringend ans Publikum bringt und was eine PR-Agentur in diesem Zusammenhang leisten kann. Carsten Collenbusch (FinestNoise) betonte in seinem Vortrag, wie wichtig es sei, als Band ein Konzept zu haben. Bevor das nicht stehe, brauche man gar nicht damit anfangen, Labels zu bemustern, so der Labelbetreiber.

"Rolle von Künstler und Label hat sich geändert"

Christian Goebel (Motor Entertainment) lieferte im Anschluss ein "Musikbiz 101" und sprach über den Zustand der Musikbranche 2014: In Deutschland sei physisch noch stark, Fans seien im Social-Media-Zeitalter die besten Promoter, Videos seien zu Erlösquellen geworden. Es gebe zudem weitere Erlösquellen, die alle optimiert werden wollten, so Goebel. "Es gibt doppelt so viel Arbeit für halb so viel Geld", lautete ein Zwischenfazit, am Ende seines Vortrags betonte er: Die Rolle sowohl des Künstlers als auch des Labels habe sich geändert. Es gebe unglaublich viel zu tun, weshalb sich jeder Künstler/jede Band fragen müsse, was er/sie wolle und wie das umzusetzen sei.

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"So geht's": Christian Goebel bei der MusicBiz Madness 2014 (Foto: gg)

Als letzter Redner trat Christian Koch (Metal-Anwalt) vors Publikum und beantwortete Fragen zu rechtlichen Aspekten der Musikpromotion: Wo darf geworben werden? Welche Genehmigungen müssen eingeholt werden? Was muss bei Gewinnspielen beachtet werden? Er klärte die anwesenden Musiker und Musikerinnen zudem darüber auf, welche umfassenden Lizenzen sie YouTube, Soundcloud und Co. beim Upload ihrer Werke eigentlich einräumten.

"Nichts Vergleichbares in Deutschland"

Den Abschluss der MusicBiz Madness 2014 bildete eine Fragerunde, an der alle Vortragshalter teilnahmen. Organisator Julian Angel äußerte sich sehr zufrieden über die zweite Ausgabe der MusicBiz Madness, vor allem, weil sie "bewusst ohne öffentliche Fördermittel" auf die Beine gestellt wurde. Das Feedback der etwa 80 Teilnehmer – ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr – sei durchwegs positiv gewesen, so Angel im Gespräch mit "musikmarkt". Viele hätten ihm versichert, dass es in Deutschland "nichts Vergleichbares" gebe. Angel habe auf jeden Fall vor, eine dritte MusicBiz Madness im nächsten Jahr zu veranstalten.

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